Opernfestspiele Heidenheim punkten auch im Festspielhaus

Die Opernfestspiele Heidenheim 2017 sind nach sechs Wochen erfolgreich zu Ende gegangen.

Foto: Oliver Vogel

Dieses Jahr lud Festivaldirektor Marcus Bosch das Publikum unter dem Motto „Geheimnis“ in die Baden-Württembergische Stadt an der Brenz ein. Drei eigene Opernproduktionen, darunter Richard Wagners „Fliegender Holländer“ und Giuseppe Verdis „Un Giorno di Regno“ sowie das umfangreiche Konzertprogramm lockten vom 18. Juni bis zum 30. Juli rund 17.600 Besucher an. Marcus Bosch zeigte sich am Ende trotz des unübertroffen schlechten Wetters „mehr als glücklich mit den guten Zahlen und dem künstlerischen Ertrag.“Das traditionsreiche Festival, das 1964 gegründet wurde, hatte in diesem Jahr vor allem mit dem Wetter zu kämpfen: Sieben der acht Vorstellungen des „Fliegenden Holländers“ mussten wegen zu niedriger Temperaturen oder Gewittergefahr ins Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim verlegt werden. Doch das tat dem Triumph, dank der guten Akustik des 2010 eingeweihten Hauses, ganz und gar keinen Abbruch: Alle acht Holländer-Vorstellungen waren ausverkauft. Und zur Dernière gab es dann schließlich doch noch die Premiere im Rittersaal auf Schloss Hellenstein: Der Holländer (Antonio Yang) und Senta (hier Annette Seiltgen; weitere Besetzung durch Inga-Britt Andersson) stürzten sich samt Inferno in den Abgrund.Beachtenswerter als die Wetterbilanz sind allerdings die Zuschauerzahlen: Insgesamt besuchten 17.600 Besucher die Opernfestspiele Heidenheim. „Der Fliegende Holländer“ erreichte eine Auslastung von 100%, die sinfonischen Konzerte verzeichnen eine Auslastung von über 99%. So viele Besucher wie noch nie zählte die Kinderoper, die in diesem Jahr das Stück „Tortuga“ zeigte. Über 2.500 Kinder und Erwachsene sahen die Vorstellungen, die dieses Jahr neu im Opernzelt im Brenzpark stattfanden.Hoher Beliebtheit erfreuten sich auch wieder die Rahmenprogramme wie Schlossbergtafel, Jazz zur Festspielzeit, das Jazzfrühstück, der Blaue Abend oder die Chorkonzerte. Große Begeisterung lösten der Festspielchor, der Tschechische Philharmonische Chor Brünn gemeinsam mit der Cappella Aquileia und Mario Venzago mit Antonín Dvořáks „Stabat mater“ in der Pauluskirche sowie die Interpretation von Mahlers 9. Sinfonie unter Marcus Bosch mit der Staatsphilharmonie Nürnberg aus.Weiterer Erfolgsgarant war die Fortsetzung der Verdi-Reihe, die im letzten Jahr mit „Oberto“ begonnen wurde. Regisseurin Barbora Horáková Joly, die kürzlich den Preis der Stadt Graz bei den Ring Awards 2017 gewann, inszenierte Verdis Opera buffa „Un Giorno di Regno“, begleitet durch das Orchester der Festspiele, die Cappella Aquileia, unter Marcus Bosch. In den Hauptpartien waren der georgische Bariton Gocha Abuladze und die schwedische Mezzosopranistin Elisabeth Jansson zu erleben. Der Mitschnitt von Deutschlandfunk Kultur wird wieder auf CD bei Coviello Classics erscheinen.