Presse


Fünf Hochkaräter in Heidenheims Pauluskirche

Meldung vom 04. Juli 2011

Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble zählen zu den Weltbesten ihres Genres



Mit einem gefeierten Konzert der norwegischen Jazz-Elfe Rebekka Bakken wurde im vergangenen Jahr eine neue Sparte im Programm der Heidenheimer Opernfestspiele eingeführt: Jazz zur Festspielzeit. Auf Grund des großen Premierenerfolges wird dieses Novum nun in der Saison 2011 fortgesetzt. Mit dem Engagement von Star-Saxophonist Jan Garbarek setzt Festspieldirektor Marcus Bosch abermals auf Qualität aus Norwegen – und in punkto Weltklasse noch eines drauf. Gemeinsam mit dem britischen Hilliard Ensemble zeigt Garbarek am 16. Juli in der Heidenheimer Pauluskirche sein aktuelles Programm „Officium Novum“.

 

Als Jan Garbarek im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal zum Saxophon griff, hätte wohl niemand vermutet, dass er ein halbes Jahrhundert später zu den besten und erfolgreichsten Saxophonisten der Welt gehören würde. Beeinflusst von einer aufblühenden skandinavischen Jazzszene machte er sich zunächst autodidaktisch mit dem Instrument vertraut, wurde jedoch schon bald von etablierten Jazz-Musikern „entdeckt“ und gefördert. Heute zählt Jan Garbarek zu den Stars der internationalen Musikszene und ist zugleich einer der prägenden Stilisten des kammermusikalischen Jazzidioms. Solistisch und mit unterschiedlichen musikalischen Partnern erschuf und erschafft er immer wieder neue Klangwelten, die wegweisend für die Entwicklung der Improvisationskultur der vergangenen Jahrzehnte waren, sind und sein werden.

 

Einer dieser Partner ist das britische Vokalquartett Hilliard Ensemble, mit dem Garbarek seit einer ersten bahnbrechenden musikalischen Begegnung 1993 immer wieder zusammenarbeitet. Die Hilliards ihrerseits haben sich in den mehr als 30 Jahren ihres Bestehens einen unverwechselbaren Ruf erworben und zählen heute zu den weltbesten Vokalensembles. Die Formation hat sich auf die Musik vor 1600 spezialisiert, das Repertoire reicht jedoch bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten, die zum Teil eigens Stücke für das Hilliard Ensemble geschrieben haben.

 

Die gemeinsamen Projekte dieser fünf Hochkaräter verbinden meisterliche Saxofon-Improvisationen und perfekten A-Capella-Gesang. Als „Unio mystica der Zeiten und Räume“ bezeichnete die Süddeutsche Zeitung 1993 das damals neuartige Musikerlebnis „Officium“, und sagte damit den durchschlagenden, weltweiten Erfolg dieser musikalisch innovativen Verbindung voraus. Garbareks Saxophon ist frei gestaltende „fünfte Stimme“ des Ensembles, durchwandert, durchfliegt als Improvisator die Räume, die die Hilliards mit ihren Vokalpartituren erschaffen. Im inzwischen dritten gemeinsamen Album „Oficium Novum“ widmen sich die fünf Musiker vorrangig dem Erbe armenischer Musik. Dabei entsteht eine einzigartige Legierung westlicher und arabischer Einflüsse, ein Programm zwischen Ost und West, Einst und Jetzt, notierter Musik und improvisatorischen Nebenwegen.