Presse


Geheimnis um Bühnenbild gelüftet

Meldung vom 09. März 2011

Beim feierlichen Empfang für Gönner, Freunde und Sponsoren der Opernfestspiele Heidenheim vergangene Woche wurden gleich drei Geheimnisse um die diesjährige Festspielsaison gelüftet...



Der illustre Kreise der OH!-Förderer bekam – drei Monate vor Beginn der Proben auf Schloss Hellenstein - zwei Bühnenbilder und eine Hauptdarstellerin zu sehen und hören. Und wurde mit gutem Grund von Vorfreude auf die „Fidelio“-Premiere am 8. Juli gepackt.

 

Martine Reyners, Sopranistin aus Belgien, sympathische Künstlerin u.a. auf den Bühnen Englands, Hollands, Chinas, Frankreichs und weibliche Hauptdarstellerin der Opernfestspiele Heidenheim 2011, eröffnete den Abend für die Gönner und Sponsoren der Festspiele. Und so glanzvoll und brillant dieser Auftakt gelang, so sollte auch der restliche Abend verlaufen. Reyners gab nicht nur einige weitere stimmgewaltige Kostproben ihres Könnens, sondern auch heitere Einblicke in ihre Biografie, ihren Bezug zu Beethoven, und ihre ganz eigene Sicht der Rolle der Leonore, die sie im Sommer 2011 auf Schloss Hellenstein wahrnehmen wird.

 

Neben der charismatischen Sängerin hatte Festspieldirektor Marcus Bosch für diesen Abend einen weiteren Gast nach Heidenheim geladen: Detlev Beaujean, Bühnenbildner am Theater Aachen, in Heidenheim bekannt als der Schöpfer des Tosca-Kreuzes in der vergangenen Spielzeit und für 2011 abermals als Bühnenbildner für „Fidelio“ und „Das Schaf“ engagiert. Im Gepäck hatte er zwei Bühnenmodelle, die zunächst mit rotem Tuch bedeckt, geheimnisvoll ihrer Enthüllung harrten.

 

Fidelio sei für ihn die Freiheitsoper schlechthin, so Beaujean, und wie könne es Freiheit geben, ohne die Französische Revolution? Für sein Bühnenbild habe er sich deshalb von der französischen Tricolore inspirieren lassen, aber auch von den aktuellen Freiheitsbewegungen in Nordafrika. Unter Blitzgewitter wurde dieses Bühnenbild dann auch enthüllt und Beaujeans Bestreben klar erkennbar: Rot ein Container, der zunächst Rocco als Behausung, später dem Florestan als Verlies dient. Weiß ein großes Tuch, das im ersten Akt nahezu die ganze Bühne bedeckt und anschließend an Seilen emporgezogen wird. Und blau das Licht, in das die Büh-ne am Ende der Oper als Zeichen der Hoffnung getaucht sein wird.

 

Sein Wunsch sei es, so Beaujean, auf der Bühne sinnliche Bilder zu schaffen; Bilder, die das Publikum im Kopf mit nach Hause nehmen könne. Dies, da waren sich Sponsoren wie Macher der Opernfestspiele einig, wird mit einem so eindrucksvollen Bühnenbild sicherlich gelingen.

 

Auch für die kleinen Opernfans war Detlev Beaujean kreativ geworden und hatte sich für die JUNGE OPER „Das Schaf“ ein spannendes Bühnenbild überlegt. Da die Vorstellungen dieses Kinder-Musiktheaters im Zir-kuszelt stattfinden, habe er sich dafür an einer Manege orientiert. Darauf stehen in Müllsäcken „zu schnell weggeworfene Dinge“ bereit, aus welchen die Protagonisten interaktiv und gemeinsam mit dem Publikum ihre zahlreichen Kostüme entwickeln. „Wer kommt, muss mitmachen“, so Festspieldirektor Marcus Bosch - auch hierfür viel Applaus von Gönnern und Sponsoren.