Presse
Sinfonische Reisen im Rittersaal
Meldung vom 23. Juli 2010Rebekka Hartmann und Sinfonieorchester Aachen entführen nach Finnland und ins eigene Ich
Festspielzeit ist Reisezeit – nach Italien geht es in den Aufführungen der TOSCA, nach Oberbayern führt die Geschichte des Räuber Hotzenplotz und auch das Galakonzert am kommenden Donnerstag, 22. Juli, entführt die Besucher in die Fremde: Finnland und das eigene Ich sind Ziel der Reise, zu der das Sinfonie-orchester Aachen, Dirigent Marcus Bosch und Ausnahmegeigerin Rebekka Hartmann das Publikum einla-den. Beginn des Galakonzertes im Rittersaal auf Schloss Hellenstein ist 20 Uhr.
Mit Jean Sibelius’ berühmtem Violinkonzert in d-moll und Hector Berlioz’ „Symphonie fantastique“ stehen zwei Werke auf dem Programm des diesjährigen Galakonzertes, die anspruchsvoller und zugleich stimmiger kaum sein könnten. Beide gehen gleichermaßen unter die Haut und verführen Zuhörer wie Interpreten zu Ausflügen ins Unbekannte:
Das Violinkonzert von Jean Sibelius ist geprägt von einem düsteren, introvertierten Grundton, mit dem der Komponist die Melancholie seiner Heimat Finnland musikalisch eingefangen hat. Rebekka Hartmann und das Sinfonieorchester Aachen lassen diese in den dunklen Gemäuern des altehrwürdigen Rittersaals wieder frei und versetzen das Publikum in die Kühle des hohen Nordens. Zugleich gilt es, den virtuosen Anspruch zu meistern, den das Werk an seine Interpreten stellt. Keine leichte Aufgabe für die junge Solistin, hat Sibelius die Möglichkeiten der Solo-Violine in diesem Konzert bis an die Grenzen ausgeschöpft. Doch Rebekka Hartmann wäre nicht eine der vielversprechendsten Nachwuchskünstlerinnen ihrer Generation, würe sie sich dieser Herausforderung nicht selbstbewusst stellen. 28 Jahre jung ist die charismatische Geigerin, die schon im letzten Jahr das Heidenheimer Festspielpublikum in ihren Bann zog und mit gutem Recht schon lange kein Geheimtipp mehr ist.
Im zweiten Teil des Konzertes kehren Orchester wie Publikum aus Finnland zurück und begeben sich auf einen wild-romantischen Höllentrip in das eigene Ich. Hecor Berlioz‘„Symphonie fantastique“ ist die Beschreibung der obsessiven aber vergeblichen Liebe eines ungestümen Helden, seiner melancholischen Träumerei, seiner wahnsinnigen Leidenschaft, seiner Raserei und Eifersucht. Er versucht, sich abzulenken, scheitert, versucht sich zu vergiften und erlebt im Delirium den finalen Höllenritt: Die Sinfonie wird zu einem bizarren Hexensabbat, in dem Exzess und Rausch gefeiert werden. Was als romantische Liebe begann, endet als teuflische Orgie.
Das Sinfonieorchester Aachen, Dirigent Marcus Bosch und die entspannte Atmosphäre des Rittersaals sorgen dafür, dass alle Zuhörer auch von dieser Reise wieder wohlbehalten zurückkehren. Ansichtskarten gibt es keine – doch unvergesslich wird der Besuch des Galakonzertes sicherlich.
Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim statt. Tickets und weitere Informationen gibt es online auf www.opernfestspiele.de, in der Tourist-Information Heidenheim (Tel. 07321 327- 4910), im HZ-Ticketshop im Pressehaus (07321 347-139) sowie in allen bekannten Vorver-kaufsstellen.









