Presse


Zwischen Orient und Okzident

Meldung vom 13. Juli 2011

Jan Garbarek und The Hilliard Ensemble mit „Officium Novum“ in Heidenheim



Seit fast 20 Jahren stehen Ausnahme-Saxophonist Jan Garbarek und das britische Hilliard Ensemble bereits gemeinsam auf der Bühne. Während sich das erste Projekt „Officium“ ausschließlich mit Werken von der Gregorianik bis zur Renaissance befasste, wurde beim zweiten musikalischen Zusammentreffen das Repertoire mit Werken Neuer Musik erweitert. Im dritten und aktuellen Projekt „Officium Novum“ wagen die fünf Musiker abermals gänzlich Neues - einen Blick ostwärts, gen Armenien. Ergebnis dieser Reise durch Zeitalter und Länder ist ein erstaunlich vielfältiges Programm, das am 16. Juli im Rahmen der Opernfestspiele Heidenheim in der Heidenheimer Pauluskirche dargeboten wird. Beginn der Veranstaltung ist 20 Uhr.

 

„Officium Novum“ – ein treffender Titel für das aktuelle Programm von Saxophonist Jan Garbarek und A-capella-Quartett The Hilliard Ensemble. „Officium“ steht dabei für musikalische Kontinuität: Wie auf dem 1994 veröffentlichten, gleichnamigen Bestseller-Album umspielt Garbareks Saxophon als frei gestaltende „fünfte Stimme“ die perfekten Gesänge des Ensembles, frei improvisiert, vielseitig und voller emotionaler Kraft. „Novum“ steht für den Aufbruch in neue Gefilde, für die Tatsache, dass trotz aller Anlehnung an bereits Gehörtes doch noch einmal ganz Neues gewagt wird.

 

„Officium Novum“ ist ein Blick ostwärts, gen Armenien, und widmet sich dem reichen Erbe dieser ältesten christlichen Nation der Welt. Das Hilliard Ensemble hat die Gesänge vor Ort in Eriwan studiert, hat sich intensiv mit den jahrhundertealten liturgischen Weisen der Kaukasusregion beschäftigt. Jan Garbarek lässt sich von den Stimmungen dieser Musik inspirieren und legt seine feinen Saxophonlinien neben, unter und über die westlich wie arabisch beeinflussten Vokalpartituren der Hilliards.

 

Ergebnis ist ein abwechslungsreicher wie stimmiger Parcours zwischen Jazz und Klassik, Folklore und sakraler Musik, dem Heiligen und dem Profanen, dem Altertum und der Neuzeit, deren Grenzen sich dabei nahezu auflösen.