Ein musikalischer Triumph
Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 8

In „OH! in der Pauluskirche“ präsentieren die Festspiele 2019 ein epochales Werk des 19. Jahrhunderts. Am 24. Juli ist die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz unter der Leitung von Festspieldirektor Marcus Bosch mit Anton Bruckners 8. Sinfonie in der Pauluskirche Heidenheim Gast.

Bruckners Achte wurde 1892 im Wiener Musikverein uraufgeführt. Der Komponist selbst bezeichnete das Werk als „Mysterium“. Die Sinfonie überschreitet die Grenzen der musikalischen Gattung in vielfacher, faszinierender Weise. Das gewaltige Werk hat eine durchschnittliche Spieldauer von 80 Minuten, Orchester und Dirigent werden alleine im Blick auf die zeitliche Dimension in besonderer Weise gefordert. Erstmals mit seiner Achten erreichte Bruckner solche Ausmaße - er wurde damit zu einem Vorbild etwa auch für Gustav Mahler. Bei der Uraufführung war das Publikum wie hypnotisiert, bis es schließlich in Beifallsstürme ausbrach. Hugo Wolf schrieb ehrerbietig: „Die Sinfonie ist die Schöpfung eines Giganten und überragt an geistigen Dimensionen, an Fruchtbarkeit und Größe alle anderen Sinfonien des Meisters.“

Der Weg zum triumphalen Erfolg war indessen ein steiniger gewesen. Bruckner wusste, dass er Außergewöhnliches geschrieben hatte. Dennoch war er - wie immer - nicht frei von Zweifeln. Bereits 1887 schickte er eine erste Fassung der 8. Sinfonie an seinen Dirigentenfreund Herrmann Levi mit den Worten „Möge sie Gnade finden“. Vergebens: sowohl Levi als auch weitere Musiker lehnten das Werk zunächst ab. Tief erschüttert und deprimiert setzte sich Bruckner noch einmal an die Komposition, kürzte, veränderte die Tonart und tauschte den zweiten Satz komplett aus. Bruckner ebnete damit den Weg zum größten zu seinen Lebzeiten erreichten Erfolg.




Anton Bruckner - Sinfonie Nr. 8
 
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
Marcus Bosch Dirigent

Mittwoch, 24. Juli 2019, 20 Uhr

Einführungsvortrag um 19.30 Uhr

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