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OH! Opernfestspiele Heidenheim

Foto: Kim Mariani

Kategorie

Meisterkonzerte

Ort

Festspielhaus Congress Centrum

„AUSNAHMEZUSTAND“ ODER EIN RAUSCHENDES FEST?
Dass das Eröffnungskonzert der Opernfestspiele 2021 mit einem „ungezügelten, ausschweifenden Trinkgelage“ (Definition Wiki-pedia für Bacchanal) beginnt, ist die reine Absicht. Das Konzertprogramm umfasst drei Werke, die alle Lebensfreude, Leichtigkeit und tänzerische Energie vereinen: Ein ausgelassen-orchestraler Wiederbeginn nach der Absage im letzten Jahr, ein künstlerisches und musikalisches Bekenntnis zur Fülle und zu dem Reichtum, den ein Orchesterkonzert zu bieten hat.

Das Bacchanal ist ein Zugeständnis Richard Wagners an die Gepflogenheiten der Pariser Oper seiner Zeit, dass jeder Abend ein Ballett zu enthalten hatte (auch Verdi in seinem Don Carlos wusste davon ein Lied zu komponieren, auch er hatte nicht die geringste Lust auf ein Ballett in seiner Grand Opéra). Aber – wer zahlt, schafft an, und wer in Paris groß rauskommen will, komponiert die Tanzeinlage oder bleibt draußen. Und das Bacchanal, ganz an den Anfang der Oper in die Liebesgrotte der Venus verlegt, ist hinreißende, rauschhafte, rasante Musik! Sie kommt nicht vor in der kürzeren „Dresdner Fassung“ des Tannhäuser, die wir auf die Bühne bringen. Hier aber, im Eröffnungskonzert, können Sie sie hören.

„MIT ERNST VERBOTEN“
Das erste Violinkonzert von Max Bruch war bald nach seiner Uraufführung eines der beliebtesten Konzerte seiner Zeit und ist es bis heute geblieben. Der Komponist fand, er habe wirklich auch andere gute Werke geschrieben, und forderte, halb im Scherz, gar sein Verbot in einem Xenien-Vers: „Da sich in neuester Zeit das erstaunliche Factum ereignet, / Daß die Geigen von selbst spielten das erste Konzert, / Machen wir schleunigst bekannt zur Beruhigung ängstlicher Seelen, / Daß wir besagtes Concert hierdurch verbieten mit Ernst.“ Anna Tifu ist die herausragende italienische Geigensolistin der Gegenwart und konzertierte bereits mit der Cappella Aquileia in Heidenheim und auf Italien-Tournee. Mit dem mitreißenden „besagten Concert“ kehrt sie nun zurück.

SALTARELLO ALLA NAPOLITANA
Mendelssohns Italienische Sinfonie schließlich war zum Zeitpunkt der Komposition das „lustigste Stück, das ich je gemacht habe“, so schrieb er in einem Brief. Der erste und der letzte Satz sind schwungvolle Tänze, das Finale ist mit „Saltarello“ überschrieben, dem Namen für einen wilden Neapolitanischen Springtanz. Die italienisch inspirierte Version eines Bacchanals!

 

PROGRAMM

Richard Wagner
Bacchanal aus Tannhäuser

Max Bruch
Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 Italienische

 

Leitung
Dirigent Marcus Bosch
Besetzung
Violine Anna Tifu
Ensembles
Festspielorchester Württembergische Philharmonie Reutlingen