Am vergangenen Sonntag sind die Opernfestspiele Heidenheim (OH!) 2025 nach mehr als sieben Wochen mit der nahezu ausverkauften Last Night zu Ende gegangen. Mehr als 60 Veranstaltungen fanden auf Schloss Hellenstein, im Festspielhaus CCH und an zahlreichen weiteren Spielstätten statt. Der Intendant der Opernfestspiele Heidenheim, Marcus Bosch, freut sich: "Mit dem zweifellos avanciertesten Programm in der Geschichte der Festspiele haben wir erneut eine künstlerisch sehr erfolgreiche Saison erlebt. Ich bin dankbar für die vielen Begegnungen und den regen Zuspruch, den wir auch in diesem Jahr durch das Publikum und die Medien erfahren haben."
Für die Stadt Heidenheim stuft Kulturamtsleiter Matthias Jochner das Saisonergebnis als "große Bestätigung für die Opernfestspiele Heidenheim und ihren Intendanten Marcus Bosch" ein, die sich in diesem Jahr auch durch die wichtigen Auszeichnungen mit dem OPER! Award als "Bestes Festival" und dem Opus Klassik für die "Beste Operneinspielung" wie auch durch die Verdoppelung des Zuschusses des Landes Baden-Württemberg zeige. Die Auslastung lag mit 95 % über dem Niveau des Vorjahres, insgesamt zählten die Opernfestspiele Heidenheim 2025 15.535 Besucher*innen.
I. Musiktheater
Unter dem Motto Lachen und Weinen zeigten die OH! 2025 erstmals einen Doppelabend an beiden Hauptspielstätten. Die sechs Vorstellungen von Gianni Schicchi | Elektra (Puccini und Strauss) ab dem 4. Juli stießen auf großen Publikumszuspruch. Aufgrund ungünstiger Wetterverhältnisse konnte Elektra nur dreimal im Rittersaal auf Schloss Hellenstein gezeigt werden. Die weiteren Aufführungen fanden im Festspielhaus CCH statt, wo auch alle sechs Teilabende mit Gianni Schicchi planmäßig zu sehen waren.
In der international beachteten Reihe der "Verdi-Werkstatt Heidenheim" (Deutschlandfunk) folgte in dieser Saison Attila im Festspielhaus CCH ab dem 17. Juli an zwei Terminen. Die Produktion wurde für den Rundfunk und die spätere Veröffentlichung in Bild und Ton bei coviello classics mitgeschnitten. Mit Aschenputtel räumt auf zeigten die OH! zudem erstmals eine Junge Oper im Margarete-Hannsmann-Saal der Stadtbibliothek und konnten dabei mit insgesamt 14 Vorstellungen an den Erfolg der Vorjahre anknüpfen.
II. Konzerte
Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern begeisterte beim Eröffnungskonzert unter der Leitung von Marcus Bosch gemeinsam mit der Sopranistin Leah Gordon. Mit dem Konzert "OH! in der Pauluskirche" wurde der Gründer und Leiter des Tschechischen Philharmonischen Chores Brünn, Petr Fiala, von der Cappella Aquileia – Orchester der OH! – und Marcus Bosch in den musikalischen Ruhestand verabschiedet. Das Orchester gestaltete ebenfalls das Galakonzert mit der Violinistin Kristīne Balanas. Für das Familienkonzert war in der Saison 2025 das Streichquartett DIE NIXEN zu Gast im Konzerthaus. Die Jazzgala brachte Götz Alsmann, Fola Dada und die SWR Big Band ins Festspielhaus CCH. Die Stuttgarter Philharmoniker als Festspielorchester brachten bei der Last Night unter dem Dirigat von Marcus Bosch mit der Violinistin Leticia Moreno die Festspielzeit zum Abschluss.
III. Extras und kostenlose Angebote
Die zahlreichen Extras rund um die Opernfestspiele trafen erneut auf großen Zuspruch bei den Zuschauer*innen. Erwähnt seien bspw. die drei ausverkauften Jazzfrühstücke im Brunnengarten, die Schlossbergtafel, die Marktmusik zur Festspielzeit und der Blaue Abend in der Hammerschmiede Königsbronn. Die Matineen, Soireen und Werkeinführungen vor den Opernvorstellungen und Konzerten fanden ebenfalls großen Anklang beim Publikum. Auch die erst im Vorjahr neu entstandene OH! Late Night traf wieder auf reges Publikumsinteresse, genau wie die Biennale für Neue Musik Zeitgenossen.
IV. Indoor/Outdoor/Infrastruktur
Die Möglichkeit, die open air angesetzten Vorstellungen auch bei Regen vollwertig und für alle Festspielgäste adäquat aufführen zu können, ist ein herausragender Standortvorteil für die Opernfestspiele Heidenheim. In der Festspielsaison 2025 diente das akustisch exzellente Festspielhaus CCH für drei der sechs Vorstellungen von Elektra als Ausweichspielstätte, die Teilabende mit Gianni Schicchi waren dort planmäßig zu sehen. Beide Last Nights mussten aufgrund des Wetters im Festspielhaus CCH gezeigt werden. Lediglich eins der drei Jazzfrühstücke konnte nicht wie geplant im Brunnengarten des Schlosses Hellenstein stattfinden, sondern wurde stattdessen witterungsbedingt im Museum für Kutschen, Chaisen und Karren durchgeführt.
Auch die weiteren Spielstätten (darunter vor allem der Margarete-Hannsmann-Saal in der Stadtbibliothek, die Pauluskirche und die Hammerschmiede Königsbronn) konnten bei großem Publikumszuspruch genutzt werden.
V. Zahlen
Erneut konnten die OH! ein hervorragendes Ergebnis bei den Besucherzahlen einfahren. Viele der Veranstaltungen der Opernfestspiele Heidenheim – Opernaufführungen wie Konzerte – waren in der Saison 2025 schon weit im Vorfeld sehr gut verkauft bzw. ausverkauft.
Insgesamt wurden bei den diesjährigen Opernfestspielen 15.535 Zuschauer*innen erreicht – ein vergleichbares Niveau wie in der vorhergehenden Saison (2024: 17.143).
Die Auslastung lag bei 95 %. Die wichtigsten Einzelauslastungen sind: Gianni Schicchi | Elektra (80 % bei 4.043 Zuschauer*innen an sechs Terminen), Attila (112% bei 2.066 Zuschauer*innen an zwei Terminen durch Erhöhung der Platzkapazität) und Aschenputtel räumt auf (95 % bei 1.925 Zuschauer*innen an 14 Terminen) sowie die Auslastung der Sinfoniekonzerte (90 % bei 3.116 Zuschauer*innen).
VI. Künstlerische Kooperationen und Kreativteams
Für den Mitschnitt der Oper Attila kooperierten die Opernfestspiele mit dem SWR, Deutschlandfunk Kultur und dem Label coviello classics. Das Eröffnungskonzert wurde zudem vom Saarländischen Rundfunk mitgeschnitten. Im Bereich der Dirigentenausbildung kooperieren die OH! mit der Hochschule für Musik und Theater München.
Erneut wurden für die Musiktheaterproduktionen renommierte Kreativteams gefunden: Vera Nemirova inszenierte mit dem Doppelabend Gianni Schicchi | Elektra erstmals in Heidenheim, Harald B. Thor zeichnete für das Bühnenbild verantwortlich, Cristina Lelli (Gianni Schicchi) und Marie-Luise Strandt (Elektra) für die Kostüme. Mit Matthias Piro (Regie), Lisa Moro (Bühne und Kostüme), Leo Moro (Licht), Janic Bebi und Jonas Dahl (beide Video) arbeitete bei Attila ein weiteres Team zum ersten Mal für die Opernfestspiele. Die Musikalische Leitung beider Produktionen lag in den Händen von Festspielintendant Marcus Bosch.
VII. Presseabdeckung und Social Media
Die Medien-Resonanz auf die Opernfestspiele Heidenheim 2025 ist überaus positiv. Sowohl die Tagespresse aus Baden-Württemberg war vertreten als auch die Fachpresse durch alle wichtigen Magazine sowie zahlreiche Onlinemedien. Die regionale Berichterstattung war umfangreich und wurde mit Anzeigenschaltungen durch die Opernfestspiele flankiert. Erneut fanden einige der wichtigsten Kulturjournalisten des Landes unter anderem beim Quartett der Kritiker ihren Weg nach Heidenheim und berichteten über die Premieren und die Festspiele im Allgemeinen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung betitelte die OH! als "spektakulär", SWR Kultur als "eine der ersten Adressen für Musiktheater mit Relevanz".
Die Social-Media-Kanäle der Opernfestspiele wurden durch einen externen Dienstleister bespielt; die Zahlen zu Wachstum und Reichweitenerhöhung auf diesem Gebiet werden in den Sozialen Medien bekannt gegeben.
VIII. Fazit von Oberbürgermeister, Bürgermeisterin, Kuratoriumsvorsitzender, Festspielintendant, Leiter Fachbereich Kultur
Zum Abschluss der erfolgreichen Saison 2025 zieht der Intendant der Opernfestspiele Heidenheim, Marcus Bosch, das Fazit: "Wir haben programmatisch viel gewagt und gewonnen. Ich bin sehr glücklich, dass das Publikum und alle Beteiligten diesen Weg mitgegangen sind und dafür jeden Abend gefeiert wurden."
Der Heidenheimer OB Michael Salomo betont: "Wir haben in diesem Jahr viele Highlights rund um die Opernfestspiele erleben dürfen – angefangen weit vor Beginn der Saison mit dem Gewinn des internationalen OPER! Awards als 'Bestes Festival', dem großartigen Eröffnungskonzert, der herausfordernden Doppelproduktion, Verdis mitreißendem Attila und schließlich dem krönenden Abschluss mit der Last Night. Damit festigt sich der Ruf der Festspiele weiter, die nicht nur als Standortfaktor in der Region Rang und Namen haben, sondern bundeweit und auch im Ausland als Festival von Weltgeltung wahrgenommen werden. Das zeigt sich auch durch den erneuten Gewinn des Opus Klassik, den die Cappella Aquileia für Giovanna d'Arco nach Heidenheim bringen konnte."
Die Bürgermeisterin der Stadt Heidenheim, Simone Maiwald, hebt das Engagement aller Beteiligten hervor: "Ein Festival in dieser Größenordnung und solcher Qualität zu stemmen, ist nur durch Leidenschaft und Begeisterung aller Beteiligten möglich. Mein Dank gilt daher Marcus Bosch als Festspielintendant und allen Künstlerinnen und Künstlern auf der Bühne und im Graben, aber ganz besonders auch dem Team des Festspielbüros, der Technik, den Gewerken und allen Hilfskräften, die Jahr für Jahr Außerordentliches leisten."
Kulturamtsleiter Matthias Jochner attestiert den Opernfestspielen Heidenheim 2025 "erneut eine Steigerung des enormen künstlerischen Niveaus, das weit über Heidenheim hinaus wahrgenommen wird."
Britta Fünfstück, Vorstandsvorsitzende der Paul Hartmann AG und Vorsitzende im Kuratorium der OH! ergänzt: "Als 'großer berührender Festspielabend' wurde die Doppeloper in einer Rezension bezeichnet – ein Urteil, das für alle Veranstaltungen der Saison 2025 gelten kann. Die Begeisterung des Publikums und der Presse haben wieder gezeigt, wie hoch das Ansehen und das Niveau der Opernfestspiele sind. Ich freue mich, dass die Strahlkraft dieses Leuchtturms der Kultur- und Opernszene von Jahr zu Jahr weiter wächst, und Heidenheim weltweit gesehen wird."
IX. Ausblick
Die Opernfestspiele stehen in der Saison 2026 unter dem Motto MachtMenschen! und bringen mit Otello (Rittersaal) und Macbeth (Verdi-Reihe im Festspielhaus CCH) gleich zwei Opern von Giuseppe Verdi nach Dramen von William Shakespeare auf den Schlossberg. Das gedruckte Festspielprogramm für die kommende Saison erscheint im November, der Kartenvorverkauf für die OH! 2026 startete bereits am 5. Juli 2025 nach der Premiere von Gianni Schicchi | Elektra.


